Dienstag, 15. Oktober 2013

restaurierte Hinterachse

Nach vielen Stunden des Reinigens mit Bremsenreiniger, Drahtbürste und Schleifpapier ist die Achse in einem gereinigten Zustand vor mir. Nun konnte ich nochmals die einzelnen Bereiche schön abkleben und grundieren. Nach der Grundierung konnte ich mit der Lackierung beginnen. Auch bei der Hinterachse verwende ich den Chassislack in schwarz an den Seiten und hellgrau beim Differenzialgehäuse. Dieses ist zwar original rot, aber das stört mich nicht.


Neben der Reinigung, welches eine reine Fleissarbeit war, ist das Lackieren auch nicht sehr anspruchsvoll. Knifflig wurde es erst, als ich die zwei Pins wieder einbringen musste, welche von Aussen in die Mitte des Differenzials gesteckt werden müssen. Mit dem Magneten ging dies nicht, da dieser immer wieder an den Rohrwänden fest sass. Mein kleiner Greiffarm war leider 10cm zu kurz so dass es mit diesem auch nicht ging. Zu Letzt versuchte ich den Pin (die haben ein Loch in der Mitte)  mit einem Zahnstocher aufzuspiessen. Mit diesem Zahnstocher an einem Meter festgeklebt und den Pin mit Fett eingestrichen (damit die Pins dann am Zielort "kleben"), konnten die Pins einfach an der Ort gebracht werden wo sie hingehören.


An den beiden Achsenden sowie am Eingangs des Differenzials mussten noch die Öldichtungen eingebracht werden. Davor liess ich diese aber erst in Öl ziehen damit das lederige Material nicht trocken mit dem Metall in Berührung kommt und die Reibung später auch einfacher ist. Nachdem alle Achsen eingesteckt wurden, konnten die Dichtungen auch eingebracht werden. Beim Differenzial konnte nun auch wieder der Flansch zur Kardanwelle befestigt werden.


Die Steckachsen bekamen beide neue Lager und auch der Ring dazu musst, nach dem einstecken der Achsen, montiert werden. Nun kommmen der Bremssattelträger, Distanzscheiben, eine Dichtung und die Platte mit dem Simmering für die Radnabe. Diese Teile sind alle zusammen zu bauen und das Spiel der Achsen ist danach zu überprüfen. Das Spiel kann dann mit verschiedenen Distanzscheiben angepasst werden. Kenner werden auf dem Bild sehen, dass ich den Bremssattelträger falsch herum montiert habe. Dies wurde natürlich später korrigiert.


Nach dem Mechanismus für die Handbremse konnten nun auch die Beiden Radnaben mit neuen Bremsscheiben montiert werden. Dazu sind die Naben einfach mit dem Keil auf die Achsen zu schieben. Deren Muttern müssen noch festgezogen und versplintet werden und schon sind die Arbeiten an der Hinterachse abgeschlossen. Die Teile für die Aufhängung (Stossdämpfer, Blattfedern und Panhard- Stab) sind alle neu vorhanden und kommen dann bei der Montage der Hinterachse an der Karosserie zum Einsatz.


Es gibt noch viel zu tun. Die Karosserie muss noch bearbeitet werden und viele kleine Baustellen sind auch noch offen. Als nächstes werde ich mich dann dem Getriebe widmen und anschliessend wahrscheinlich den Bremsen.

Kommentare:

  1. Hallo Oliver,

    nach meiner Information ist die Originalfarbe des Differenzialgehäuses schwarz.

    Unter http://valvechatter.us/?p=4072 wird der Herstellvorgang sehr ausführlich beschrieben.

    Nach dem Entnehmen des Differenzials aus der Sandform wurde es gesandstrahlt und in Glyptol getaucht. Das Glyptol hatte meist eine orange oder rote Farbe. Nach dem Zusammenbau der Achse wurde diese inkl. Diffenenzial ohne Auftragen eines Primers schwarz lackiert. Diese schwarze Farbe ist meist schnell wieder abgeblättert.

    Bei dieser Gelegenheit vielen Dank für den sehr informativen Blog. Ich restauriere zusammen mit meinem Sohn seit diesem Frühjahr einen Jaguar MK II, 3.8 aus 1961. Wir freuen uns immer wieder über die neuen Einträge damit wir unsere nächsten Schritte planen können.

    Viele Grüße aus der Metropolregion Rhein-Neckar

    Matthias

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  2. Hallo Matthias

    Vielen Dank für Deine Info. Das mit dem Glyptol wusst ich nicht. Mann lenrt halt jeden Tag Etwas dazu.
    Ich wünsche Dir und Deinem Sohn viel Erfolg beim Restaurieren!

    Gruss
    Oliver

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